Wenn du nur noch diesen einen Tag hättest

Bildquelle: Pixabay

Jetzt denkst du dir bestimmt „Oh nöööö, dieser Titel klingt schon so deprimierend und nach Tooooood.“ Dann muss ich dir eher sagen, dass ich dich deprimierend finde, weil du so deprimierend denkst. Sorry but not sorry. Klingt ein bisschen provokativ. Ist es aber nicht.

Kann sein, dass du Pech hast

Im Alltag vergessen wir, dass alles vergänglich ist. Wir sind vergänglich. Wir verdrängen unsere Vergänglichkeit und meinen wir hätten Lichtjahre Zeit all die Dinge, die wir uns vornehmen umzusetzen, die wir gerne in unserem Leben hätten. So legen wir uns also auf die Couch, ziehen uns pausenlos Serien rein und lassen unsere Zeit verstreichen. Es sei denn du bist ein Vampir. Dann hast du nämlich alle Zeit der Welt. Wenn dies der Fall ist, entschuldige ich mich und nehme meine Worte zurück.

Aber warte mal, was wenn ein Schlaumeier dir auflauert und dich pfählt? Tja, dann war’s das wohl mit der Ewigkeit und all den Plänen. Pech!

Wenn etwas nicht hoch angesehen wird, heißt es nicht, dass es das nicht wert ist

Dass der Tod in unserer Gesellschaft verdrängt wird, brauche ich dir nicht erzählen. Wenn dich mein Titel deprimiert, verdrängst du den Tod wahrscheinlich auch, schiebst ihn vor dir weg, weil es ja sooooooo weit weg ist. Dabei gehört er zum Leben dazu und ist so normal wie dein Frühstück. Er ist allgegenwärtig. Aber ist dein Frühstück überhaupt normal, also dass du all die Leckereien da vor dir liegen hast? Und so paradox es auch klingen mag, aber erst der Gedanke an den Tod lässt uns wieder lebendig werden. Und darum geht es hier in dem Text: Um das Lebendige in dir. Der Tod möchte eigentlich, dass du endlich lebst und nicht so dahinlebst, dahinvegetierst, dein Hirn mit allem möglichen Kram vollsülzen lässt, sodass es außer Gefecht gesetzt wird und dir gar nicht bewusst bist, wie schön es eigentlich ist, dass du lebst, du jetzt direkt aufstehen kannst und das machen kannst, wonach dir ist. Wenn du jetzt die Lebendigkeit in dir aufsteigen fühlst und dich fragst, was du jetzt machen könntest, was wäre es? Was schiebst du seit geraumer Zeit vor dir her und bleibst dennoch da liegen und raufst dich nicht dazu auf es endlich zu tun? Was hindert dich daran an dich selbst zu glauben? Weil du es nicht anders von dir kennst?

Zeit ist nicht Geld. Zeit ist Leben.

Warte nicht bis deine Zeit verstrichen ist. Manchmal muss man selbst einfach eine Entscheidung treffen, aufstehen, an sich glauben und sich seinem Ziel in kleinen Schritten nähern. Auch wenn es nur ganz zaghafte Schritte sind. Das macht nichts. Auch wenn du meinst nicht bereit zu sein. Es gibt Situationen in denen man meint, dass man nie bereit ist, für was auch immer. Es gibt so viele Dinge, die erreicht werden können, auch wenn es der Schweinehund ist, der uns an unserer täglichen Joggingrunde hindert, endlich mal ein Kleidungsstück nähen, weil wir dachten wir haben das Zeug nicht dazu, eine Reise, die wir schon immer machen wollten, aber Bedenken hatten aus den und den Gründen, einfach mal zu den Eltern hingehen und sie umarmen und zwar ohne jeglichen Grund. Einfach so. Menschen einfach mal sagen, dass sie dich mal können, weil sie dir die ganze Kraft aussaugen, noch mal die Bewerbung losschicken in die Firma wo du schon immer arbeiten wolltest, aber nicht eingestellt wurdest, endlich die Kündigung einreichen und sich selbstständig machen. Oder die eine Freundin oder Freund wieder anrufen mit der oder dem du dich gestritten hast, du dich aber im Recht siehst, weil du so stolz bist und deshalb nicht zum Hörer greifst. Diese Situation mit einer Freundin hatte ich vor einem Jahr. Und nach 5 Jahren Freundschaftspause haben wir an uns gedacht und so nahm alles seinen Lauf. Müssen erst 5 Jahre oder mehr vergehen? Haben wir sie? Es gibt so viel, dass auf uns wartet. Die Serie kann warten. Das Leben nicht.

Ersten Kommentar schreiben

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*