Warum Individualität verloren geht und wie wir sie wieder erlangen

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Unser Surfverhalten wird analysiert. Unzählige Werbevorschläge poppen dementsprechend auf, der Hintern soll immer praller werden, das Make up perfekter, das Gesicht so glatt wie ein Aal, die Muckis immer größer, fester und definierter, die Ernährung immer gesünder, die Technik immer schneller und leistungsfähiger, die Karre immer schneller und aufgemotzter und so weiter. Wenn uns jemand mal beleidigt hat, oder mal aus welchen Gründen auch immer nicht für uns da war, nicht so handelt wie wir uns vorstellen, dann jag diesen Menschen zum Teufel, verdammt noch mal, so die vielen klugen Sprüche. Am liebsten sollte man asozial allein in der Ecke hocken und alles selbst meistern. Sind wir Menschen aber nicht soziale Wesen? Facebook zeigt uns das an, was wir sehen sollen. Vieles geht unter, was wir vielleicht lieber gesehen hätten und und und …

Was will ich eigentlich?

Aber Moment mal: Auch wenn das Surf-Verhalten analysiert wird, heißt es dass ich jetzt kein Gramm fett mehr am Körper haben will, oder jede Falte verbannen will, mein Körper zu etwas zwingen will, die Menschen aus meinem Leben entfernen will, weil ich ja so egoistisch bin und damit nicht klar komme, weil sie mal eine negative Phase oder selbst mal viel um die Ohren haben? Ist das nicht eine Art von Extreme? Oder will ich einfach nur ein paar Tipps zur Verbesserung meiner Individualität?

NLP für das Hirn

Das was im Netz abläuft ist der Killer der Individualität mit Hilfe von neurolinguistischer Programmierung. Es ist wie ein Sog, dass uns dazu verleitet Dinge zu kaufen, die wir eigentlich nicht kaufen wollten. Mit Hilfe von diversen klugen Sprüchen wird unser Unterbewusstsein unbemerkt zu Gunsten des Konsumverhaltens programmiert, zu Gunsten des Hamsterrads ohne gesundem sozialen Umfeld. Wir machen es gar nicht bewusst und es ist uns auch nicht bewusst. Das Hirn wird dazu „erzogen“ damit wir unsere Euros in die „richtigen“ Dinge investieren, im gleichen Atemzug sozial verarmen und zu Einzelgängern werden.

Kannst du es noch unterscheiden?

Die Frage ist, kannst du noch unterscheiden, ob es tatsächlich du bist, der oder die sich für die Dinge entscheidet oder ist das dein programmiertes Unterbewusstsein, was längst dein Individuum mit Hilfe dieser Strategien verschüttet hat?

Richtig oder falsch

Oft treffen wir Entscheidungen, weil sie „richtig“ sind. Doch nach welchem Richtwert sind sie richtig? Nach dem Wert unserer Gesellschaft, weil es so „sicherer“ ist? Und was ist überhaupt richtig? Ist richtig, dass was wir bereits kennen? Ist das Unbekannte zwangsläufig falsch? Oder könnte es vielleicht für uns richtig sein, was für andere falsch ist?

Fakt ist, dass es kein Richtig oder Falsch gibt. Es gibt kein Pauschalrezept dafür. Würde es denn sonst Individualismus heißen? Und nur du kannst für dich selbst herausfinden, ob du dich selbst täuschst, dich von den Einflüssen hast beeinflussen lassen oder ob es tatsächlich du bist, die oder der die Dinge umsetzt, die dir am Herzen liegen. Und auch nur du kannst entscheiden, ob die Menschen in deinem Leben dir wichtig sind und du ihnen Fehler verzeihen kannst, ohne direkt die jahrelange Freundschaft zu kündigen oder noch schlimmer Familienangehörige oder Eltern aus dem eigenen Leben zu streichen. Das was du tun kannst, ist tief in dich hineinhorchen und es fühlen, vielleicht auch dich selbst testen. Auch das will gelernt sein und nur du kannst wissen, wie du am besten mit dir selbst umgehst und dich eventuell testest oder auch zum Beispiel die äußeren Einflüsse reduzierst und dann schaust, wie sich deine Bedürfnisse entwickeln. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg Mittel zu finden, seine Individualität zu bewahren.

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