Missverstandene Oberflächlichkeit

Missverstandene Oberflächlichkeit

Bildquelle: Pixabay | CC0 Public Domain | jura-photography

Ist man automatisch oberflächlich, wenn man nichts von sich Preis gibt? Wenn man sich nicht zu politischen Themen äußert, durch das Gerede nicht vermittelt die Welt retten zu wollen, sich bewusst den schönen Dingen des Lebens widmet? Habe ich keine Meinung, wenn ich es für mich behalte?

Soziale Netzwerke und das Gift für die Seele

Sobald man die sozialen Netzwerke aufruft, wird man mit derartigen Themen, also Politik & Co. konfrontiert. Ob man will oder nicht. Und man muss ja stets auf dem neuesten Stand sein, alles wissen, bei jedem Thema mitreden.

Statistiken sind nicht mein Ziel

Fakt ist, auch in der Bloggersphäre treiben die aktuellen Themen immer wieder die Statistiken von Google-Analytics nach oben.

Mich interessiert das mittlerweile gar nicht mehr und ich weiß auch nicht, wann ich zum letzten Mal diese genannten Statistiken gecheckt habe. Es ist mir auch egal.

Will ich alles wissen?

Ab einem gewissen Punkt fängt man an zu hinterfragen, ob man überhaupt Up-To-Date sein will? Will ich es alles wissen oder gibt es dann doch Dinge, die weitaus wichtiger sind?

Ich ignoriere das Schlechte auf unserer Erde nicht. Ich schenke aber auch all diesen Ereignissen keine große Beachtung mehr, denn das hat mich bisher als Mensch nicht weitergebracht. Ganz im Gegenteil, es hemmt mich. Immer noch. Es hemmt mich, in dem in mir Wut aufsteigt, Hilflosigkeit macht sich breit und somit schlechte Laune.  Und genau das nützt weder der Welt, noch mir was.

Und mal ehrlich: Das war wir sehen, mag nicht heißen, dass es auch immer zutrifft und schon gar nicht auf das eigene Umfeld.

Dieses Up-To-Date-Sein vergleiche ich mit sinnlosen Diskussionen. Das Wichtigste erfährt man so oder so. Und kann ich in dieser Zeit nicht lieber etwas Sinnvolleres machen oder etwas „Oberflächliches“, zum Beispiel Serien gucken?

Missverstandene Oberflächlichkeit

Ich denke mittlerweile wurde auch dieser Begriff total verzerrt und missverstanden. So kann doch hinter banalsten Dingen, die größte Tiefgründigkeit liegen.

Wenn man eine Serie guckt, tankt man vielleicht Kraft, um neue Werke zu schaffen.

Wenn man sich mit Styling & Co. beschäftigt, möchte Frau sich vielleicht auf andere Gedanken bringen und die Grübelei in ihrem Kopf auflösen.

Wenn jemand viel über Blödsinn lacht, möchte die Person vielleicht einfach die Schwere vergessen.

Ich könnte weiter ausholen, aber ich denke diese Beispiele zeigen deutlich genug, dass Oberflächlichkeit nicht gleich Oberflächlichkeit ist. Viel zu oft werden Menschen als oberflächlich abgestempelt.

So gibt es so viele Menschen, die sich mit diesen Dingen beschäftigen. Und sind sie gleichzeitig oberflächlich? Es bringt nichts ununterbrochen sich in politische Themen hineinzusteigern ohne jegliche Lösungsansätze zu liefern. Und ist das ausgedehnte Diskutieren über die genannten Themen die Definition von Tiefe? So einfach ist es nicht gesagt nicht wahr? Ich möchte die beiden Begriffe nicht definieren, sondern nur einen Gedankengang anregen, der vielleicht schon lange verloren gegangen ist.

Dieser Beitrag erschien auch bei i-blogger.de

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