Kehre der Negativität Deinen Rücken

Islam, Gesellschaft, Negativität

Kehre der Negativität Deinen Rücken

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Seit mehreren Wochen schreit Deutschland „Pegida“. Die sozialen Netzwerke sind überfüllt mit Negativität, Hass und Groll. Die Kommentare und die gegenseitige Hetze spalten unsere Gesellschaft. Das „gegenseitige Kennenlernen“, wie der Qur’an es in Sure 49 (Die Gemächer), Vers 13 beschreibt, wird immer schwieriger: „O ihr Menschen, Wir haben euch ja von einem männlichen und einem weiblichen Wesen erschaffen, und Wir haben euch zu Völkern und Stämmen gemacht, damit ihr einander kennenlernt. Gewiss, der Geehrteste von euch bei Allah ist der Gottesfürchtigste von euch. Gewiss,  Allah ist Allwissend und Allkundig.“

Die Gesellschaft ist eine Einheit

Auch diejenigen, die sich für das Miteinander einsetzen, müssen sich immer wieder ins Gedächtnis rufen, dass sie eigentlich nicht gegeneinander sind. Durch die Initiative SchneeGIDA, die zwar amüsant gestaltet wird, aber dennoch die Gesellschaft in einem gewissem Maße spaltet, wird man ebenfalls dazu verleitet, gegeneinander zu sein. Genauso wie unzählige andere Online-Projekte. Man ist gegeneinander und nicht füreinander.

Die angebliche Forderung, den Weihnachtsmarkt in Wintermarkt umzubenennen, ist für beide Seiten absurd und provokativ – sowohl für die muslimische als auch die nichtmuslimische. Die Muslime fühlen sich nicht gestört, wenn der Weihnachtsmarkt auch als solcher bezeichnet wird.

Umdenken ist Deine Chance

Die ganze Aufregung führt allerdings ins Leere, wenn wir nicht anfangen, an uns zu arbeiten und umzudenken. Umdenken in dem Sinne, dass wir uns nicht darauf fixieren, wer hier der Feind ist, sondern, wie wir dem so genannten Feind so positiv wie möglich gegenübertreten können. Unnötige Diskussionen, wie die Cyberaufregung, führen zu keiner Lösung. Im Gegenteil: Es ist kontraproduktiv, denn wir verschwenden unsere kostbare Zeit, kommen kein Stück weiter und verankern die Abneigung in unserem Unterbewusstsein; wobei dieses mehr Auswirkungen auf unser alltägliches Denken und Handeln hat, als wir denken.

Positives Bewusstsein hilft

Wir handeln unbewusst kontraproduktiv für unser eigenes Wohlbefinden und das tagein und tagaus. Es heißt nicht, dass wir das ganze Geschehen verdrängen und unsere Augen verschließen sollen. Im Gegenteil: Wenn wir uns selbst positiv stimmen und das bewusst, fängt unser Unterbewusstsein an, sich ebenfalls positiv zu stimmen und gegen die gesamte Aggression positive Pläne zu schmieden, um dem entsprechend entgegenwirken zu können. Das innere Strahlen eines Muslims umgibt nach und nach seine Umgebung und Wahrnehmung.

Mache es Dir leicht

Der Kern besteht darin, sich selbst umzupolen, sofern noch nicht geschehen. Es ist eigentlich ganz simpel und wir Muslime mögen uns selbst vieles zu erschweren. Wir fixieren uns mehr auf die negativen Ereignisse, anstatt auf die positiven; und das leider oft unbemerkt und unbeabsichtigt. Es liegt also an uns, anzufangen und der Aggression mit einem Lächeln zu begegnen und in bester Weise zu streiten, wie der Qur’an in Sure An-Nahl, Vers 125 sagt: „Rufe zum Weg deines Herrn mit Weisheit und schöner Ermahnung auf, und streite mit ihnen auf die beste Art. Wahrlich, dein Herr weiß am besten, wer von Seinem Wege abgeirrt ist; und Er kennt jene am besten, die rechtgeleitet sind.“ Der Klügere gibt nach außen hin nach, gewissermaßen.

In der Ruhe liegt die Kraft

Das positiv gestimmte Innere ist das eine. Das andere ist die innerliche Ruhe, die uns nach außen hin umgibt. In der Ruhe liegt die Kraft. Das kennen wir doch alle oder? Wenn das negativgestimmte Gegenüber uns begegnet, bringt es nichts, wenn wir uns ebenfalls aufregen. Wie oft erleben wir, dass positive, in sich ruhende Menschen bei ihren Mitmenschen beliebt sind? Die Situation kann dann gar nicht anders als gut ausklingen, wenn wir versuchen, in aller Ruhe und Freundlichkeit Fakten über die muslimische Umma in Deutschland, zu vermitteln.

Bewege Dich aus Deiner Komfortzone

Nun, um solche Situationen entstehen zu lassen, hat es auch wenig Sinn, auf der Couch sitzen zu bleiben oder sich überwiegend unter Muslimen aufzuhalten. Wenn wir das Bild in Deutschland positiv stimmen möchten, sollte jeder Muslim sich bemühen, mit Andersgläubigen, Atheisten oder Agnostikern usw. mehr in Kontakt zu treten. Denn nur Kontakt zu den Menschen und tiefsinnige Gespräche, die durch unsere innere Ruhe und positive Aura kontrolliert werden, können wir die Stimmung heben. Dieser Kontakt zu Kollegen, Freunden und Bekannten müsste weiter ausgebaut werden und zwar mit der guten Absicht und auf freundschaftlicher Ebene.

So können die Muslime positiv sichtbar werden, inscha’Allah. Das ist das Positive an Pegida, denn die Menschen, die keinerlei Berührung mit Muslimen haben, fangen an, sich Fragen zu stellen und oft finden sie keine oder falsche Antworten. In der Gelegenheit liegt die Möglichkeit, die Menschen zu vereinen. Es wird sich nichts verändern, solange wir uns nicht aus unserer Komfortzone bewegen.

Quellenangabe: www.islam.de

Dieser Artikel erschien zuerst in der islamischen Zeitung

3 Kommentare

  1. Hab jetzt hier ein paar Artikel gelesen — das hier ist der beste davon! Schön, dass es noch Menschen gibt, die die Kernbotschaft des Religionsstifters verstehen können, ganzheitlich. 🙂

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