Differenziert denken, aber dann bitte alle

Differenziert denken, aber dann bitte alle

Bildquelle: Pixabay |CC0 Public Domain | Gippa007

Als ich den Beitrag über den Döner und das Kopftuch gelesen habe, musste ich nur mit den Augen rollen. Auch in Bezug dazu, wie schnell die Schlagzeile in den sozialen Netzwerken die Runde gemacht hat, weil ja eine Kopftuchträgerin angeblich benachteiligt behandelt und auch wie dieser Fall, der in meinen Augen gar kein Fall ist, medial aufgeblasen wurde. Dieser „Fall“ ist jedoch kein Einzelfall, dass Muslime sich gerne in der Opferrolle sülzen und sich dafür einen Sündenbock suchen. Ich möchte auch nicht nur die Muslime ansprechen, die sich einfach unbedacht verhalten. Dennoch ist es enorm wichtig für eine Entwicklung in eine positivere Zukunft unserer Gesellschaft, dass wir alle an einem Strang ziehen und nicht ständig nur nach Schuldigen suchen. Es spielt auch keine Rolle wer der Schuldige ist, ob es jetzt ein Christ, ein Muslim oder wer auch immer ist. Wir schieben die Schuld hin und her und treten auf der Stelle. Und wen bringt es weiter?

Asoziales Verhalten kann das soziale Umfeld nicht fördern

Auch ich selbst habe einen Vorfall erlebt, in dem ein türkischstämmiger Kurierfahrer randaliert und behauptet hat, er würde mit dem Lieferwagen das Gelände eines Unternehmens nicht befahren dürfen, weil er ein „Moslemschwein“ wäre, dabei sind es die gängigen Sicherheitsvorkehrungen gewesen, die auch wirklich jeden, der das Gelände befahren möchte, betrifft. Die Polizei musste rausrücken und und und… Die irritierten Mitmenschen, die in der Regel privat keinerlei Umgang mit Muslimen haben, fragten mich zaghaft, ob sie was falsch gemacht und sich nicht korrekt verhalten hätten. An dieser Stelle könnte ich mich in Grund und Boden schämen. Natürlich habe ich diese Person entsprechend aufgeklärt. Jedoch frage ich mich, was für ein Bild sich in den Köpfen der Beteiligten einprägt? Und muss es sein? Muss diese Aggressivität sein? Diese Intoleranz und engstirnige Sichtweise?

An der eigenen Nase ziehen würde helfen

Fakt ist: Wir können nicht den Sündenbock sofort für Situationen verantwortlich machen. Ich streite auch nicht ab, dass es Menschen gibt, die Muslime benachteiligen. Fakt ist aber auch, dass Muslime ihre Mitmenschen genauso benachteiligen, verurteilen und ungerecht behandeln, in die Opferrolle schlüpfen, anstatt tatkräftig mitzuwirken, damit sich das Bild ändert und zwar durch korrektes Verhalten.

Um sich ganz korrekt auszudrücken, da heutzutage jedes Wort auf die Waage gelegt wird: Mit Muslime sind verständlicherweise nicht alle Muslime gemeint, sondern diejenigen, die sich nun mal asozial verhalten. Und auch das kotzt mich an um ehrlich zu sein, dass man sich sowas von detailliert ausdrücken muss, damit niemand sich persönlich angegriffen fühlt. Es ist unglaublich anstrengend und verkrampft. Entspannen wäre eine Alternative und sich selbst auch nur als ein Mensch zu sehen und nicht das Opfer.

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