Die Zeit und ihre Kostbarkeit

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Wir rennen gegen die Zeit. Rennen, rennen und rennen. Wir wollen sie austricksen, so viel wie möglich hineinstopfen und möglichst viel erledigen. Es ist doch so einfach. Hier noch ein wenig und da auch noch ein bisschen. Ach ja und hier passt ja auch noch was rein. Puh, geschafft. Ab ins Bett. Schnell mal Tod hineinfallen. Atmen wird sowieso überbewertet. Das können wir dann noch nachher. Wann? Im Urlaub? Okay. Also ungefähr einmal im Jahr atmen. Gut. Passt! Oder wenn wir tot sind zum Beispiel.

Wieso sollte die Zeit nicht aus allen Nähten platzen?

Ein Kleiderschrank platzt irgendwann aus allen Nähten, weil er so überfüllt ist. Wieso sollte also unsere Zeit nicht platzen? Dann würde uns nämlich die Puste ausgehen. Doch wann haben wir verlernt zu atmen? Wir sind nur noch unterwegs. Alles ist so hochwichtig. Doch ist das Atmen nicht das Wichtigste überhaupt? Wie soll denn das Leben ohne Atmen funktionieren?

Vorgetäuschte Lebensqualität

Tja, das frage ich mich auch und trotzdem vergessen wir es tagein tagaus. Jagen den Zielen hinterher, wollen noch eine und noch eine Zusatzqualifikation oder Beförderung haben, wollen ein perfektes Haus, das perfekteste Outfit, das perfekt in Szene gesetzte Essen haben und und und…

Die Zeit fliegt und wir funktionieren

Doch wann halten wir inne und denken über das Geschehene nach und fangen an zu leben, zu atmen? Erst dann, wenn wir alles was wir uns vorgenommen haben, erreicht haben? Wann soll das sein? Wenn wir alles erreicht haben, kommt schon wieder das Nächste und jetzt pass auf: Es wird immer und immer wieder etwas Neues dazukommen, denn das ist der Wandel des Lebens.

Komm mal runter

Wird Zeit mal einen Gang herunterzuschalten. Doch viele von uns haben es einfach verlernt, genauso wie das Lachen, weil das Päckchen was wir auf unserem Rücken tragen immer schwerer und schwerer wird. Wie sollen wir da noch weiterrennen, wenn der Brocken immer schwerer wird? Er erdrückt uns und irgendwann sind wir einfach nur noch platt. Oder erschweren wir es uns einfach selbst und verleihen Dingen Priorität, die tatsächlich einen niedrigeren Stellenwert haben?

Wir entfernen uns von uns selbst

Das Problem ist, dass wir uns von unserer Natur als Mensch immer und immer weiter entfernen. Dank der Industrie. Wir wollen mehr und mehr leisten, wie Maschinen und erwarten von uns selbst zu viel. Wir vergleichen uns mit anderen, wollen mindestens genauso gut sein oder wenn es geht besser, dabei ist nicht jeder Mensch ein Individuum? Vergleiche anzustellen ist ein Teufelskreis aus dem wir nur schwer herauskommen.

Die Natur ist der Kern unsers Seins

Und da wären wir bei dem Schlüsselwort und zwar bei der Natur. Wenn wir unser Tempo und uns selbst wiederfinden wollen, ist es unabdingbar zu unseren Wurzeln zurückzukehren, weg von dem asbestversuchten Beton und den WLAN-Strahlen. Ein 10-minütiger Spaziergang kann schon wahre Wunder wirken, bringt uns ein wenig zur Ruhe, entschleunigt unseren hektischen Alltag und lässt unserer natürlichen Wurzeln besinnen, nämlich dass wir auch ein Teil der Natur sind und nicht der Technik.

Nicht nur Mensch kann uns nahe sein

Wenn ich durch den Wald laufe, fühle ich mich verstanden. Verstanden von den Bäumen und der Ruhe, die sie mir geben. Ich bin eins mit ihnen, denn auch ich bin ein Teil davon. Ein Baum ist nicht einfach nur ein Pfosten, der da vor sich hin steht. Er lebt. Er ist ein Lebewesen. Er umgibt uns mit seiner beruhigenden Aura und lässt uns wieder aufatmen. Durch die Bäume, fahre ich mein System etwas runter und mache langsame Schritte. Und da ist der Aha-Effekt: Ich nenne meinen Organismus System. Hört sich total technisch an. Nicht wahr? Ich glaube ich sollte noch einen Spaziergang einlegen.
Vielleicht kannst Du diese Verbindung zu Bäumen auch nicht ganz nachvollziehen. Ich konnte es früher auch nicht. Ich glaube auch man muss erst an einen Punkt kommen, zumindest bei mir war es so, an dem man einfach genug hat von der schnelllebigen Welt und zu seinen Wurzeln zurückkehren möchte. Und da kommt dann das Sprichwort zur Geltung:

„In der Ruhe liegt die Kraft!“

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