Der Sommer, die Gesellschaft und die Flip-Flops

Der Sommer, die Gesellschaft und die Flip-Flops

Bildquelle: Pixabay | CC0 Public Domain | terimakasih0

Ich sitze am Schreibtisch. Die Sonne scheint. Wir haben den 7. September. Es scheint mir so, als ob es der längste Sommer ist, seit dem ich auf der Welt bin. Die Hitze hört nicht auf und ich bin eher der Herbsttyp. Die weißen Pumps schmeiße ich zur Seite, weil meine Füße von der Hitze angeschwollen sind. Bäh! Aus der Schublade hole ich ein Paar Flip-Flops raus und ziehe sie an. Ich spreche heute nicht viel, wie an anderen Tagen auch. Doch mein Kopf ist voller Gedanken. Wenn ich es in Worte fassen müsste, würde ich sagen es fühlt sich an wie New York.

Pulsierend. Laut. Hektisch. Abwechslungsreich.

Ich drehe mich um. Schaue die Bäume an und versuche meine Gedanken zu ordnen.

Tod. Leben. FunktionierenMaschine. Innerlich tot. Wald. Erledigungen. ToDo-Listen. Weg damit. Tod.

Das ist der Alltag vieler von uns. Und je mehr ich mich drehe und wende, umso mehr muss ich feststellen, dass es mich einnimmt und es nicht ich bin. Es ist ein Abklatsch meines Selbst. Und in diesen Gedanken ist etwas widersprüchlich. Funktionieren kann nur eine Maschine. Sterben und tot sein, kann nur ein Lebewesen. Wie ich. Und da wird es kniffelig. Wie kann ich mich also zwingen etwas zu sein, was ich nicht bin? Es funktioniert nicht. Doch genauso funktioniert die Gesellschaft und auch wir haben zu funktionieren, ansonsten werden wir ersetzt und sind unbrauchbar. Eine Nummer von vielen. Ein Ersatzteil, das bei Bedarf ersetzt wird, wenn es nicht die Leistung erbringt, die erwartet wird. Wir leben in der Matrix und merken es nicht. Keanu Reeves lacht währenddessen über uns. Die Gehirne sind längst beeinflusst und infiltriert von dem kranken Denken, nicht aber dem lebendigen. Sie sind nur ausgerichtet und gedrillt auf das Funktionieren.

Und genau deshalb denke ich um. Ich denke um, sobald die genannten Gedanken in meinem Kopf kreisen und ersetze sie durch andere.

Leben. Atmen. Frei sein. Wald.

Auf den Terminkalender pfeifen. Nicht alles ist Priorität. Einfach sein. Leben. Und dann…irgendwann der Tod…

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